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Claudia Bessler Stylist Frankfurt am Main

Unvergessen: Jacques Fath!

Kennen Sie Jacques Fath? Da sind Dior und Balenciaga heutzutage in der Modewelt ganz selbstverständlich ein Begriff. An Jacques Fath jedoch erinnert sich kaum noch jemand. Ungerecht finde ich das. Deshalb möchte ich Fath in Erinnerung rufen und mit meinem kleinen Beitrag ehren. Neben Christian Dior und Cristóbal Balenciaga war nämlich Jacques Fath einer DER Modeschöpfer in Paris, damals in den 40er und 50er Jahren.

Uns ist diese Mode-Epoche heute immer noch für ihre atemberaubende feminine Eleganz im Bewusstsein. Was auch an solch weltberühmten Diven wie Greta Garbo, Rita Hayworth oder Ava Gardner liegt. Jede von ihnen trug Kleider des Designers Jacques Fath. Die Fotos ihrer öffentlichen Auftritte vermitteln bis heute die herausragende Klasse seiner Haute Couture. Leider vermitteln die Fotos nicht auch den Duft der Diven. Denn sie trugen alle auch Faths Parfums. Bereits 1945 lancierte der Designer sein erstes Parfum. Leider verstarb er viel zu früh Mitte der 50er Jahre, als sein Modehaus sich auf seinem kreativen und wirtschaftlichen Höhepunkt befand. Seine Ehefrau, ein Chanel Mannequin, führte das Unternehmen weiter. Auch Faths Einfluss blieb weiter bestehen, denn einige seiner Schüler gründeten eigene Labels: Hubert de GivenchyGuy Laroche und Valentino Garavani.

Als ich in den 90er Jahren bei Chloé arbeitete, bin ich täglich an der noch existierenden Boutique vorbei gelaufen. Sie lag in der Faubourg St. Honoré und hatte ein nicht allzu großes Schaufenster. Das hat mich fasziniert, denn es hatte noch diese Anziehung des Besonderen, des kleinen Feinen. Ganz anders als heute, wo alles groß sein muss, verbunden mit übertriebener Werbung – beispielsweise wie bei Dior und deren Markenbotschafterin Rihanna (über die sich streiten lässt in Stilfragen). Die Eleganz, die einst in diesen Traditionshäusern kreiert wurde, vermisse ich heute leider allzu oft.

Immerhin können wir heute noch das feine, kleine Sortiment an Fath Parfums genießen. Schnuppern Sie doch mal rein!

Claudia Bessler Stylist Frankfurt am Main

Meine Mutter – der heimliche Star!

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Darf ich vorstellen: Asta Kaiser, meine Mutter. Eine Klassefrau. Das Foto aus den 50ern zeigt sie als Siebzehnjährige. Ein Jahr später wurde sie „Miss Cattolica“, etwas unfreiwillig. Im Italienurlaub wurde sie von den Veranstaltern aus der Zuschauermenge auf die Bühne gezogen und gewann prompt den Schönheitswettbewerb. Sie lacht heute noch darüber. Sie hat Senta Berger und Hannelore Elsner dann doch keine öffentliche Konkurrenz gemacht. Sie hat sich für ein Leben als berufstätige Ehefrau und Mutter von drei Töchtern in Frankfurt entschieden und es nie bereut. Ihr damals unverkennbares Potenzial ist allerdings bis heute sicht- und spürbar.

Ihr Schönheitsrezept? In ihren Siebzigern bezaubert sie die Menschen sofort durch ihre Aufgeschlossenheit und Neugier, ihre wachen Augen sprechen von echtem Interesse und Humor. Ihre feinen Fältchen sind gepflegt, nicht gebotoxt. Man merkt sofort, dass diese Frau nicht nur Stil hat, sondern auch Charme und Herzensbildung hat. Und ihre typisch Frankfurterische forsche Gelassenheit kommt überall gut an. Ob beim Bummel auf der Goethestraße oder am Lago Maggiore. Mit ihr erlebe ich die unglaublichsten Geschichten, einfach weil ihr die Sympathien zufliegen. Dieser entzückenden älteren Dame werden Champagnerflaschen, Konfekt oder Chauffeurdienste geschenkt, dass man sich nur noch über die Freundlichkeit der Leute wundern kann. Ich glaube, das liegt an ihrer Authentizität als Klassefrau.

Und das ist mein Schönheitstipp: Künstliche Schönheitskorrekturen lassen Sie später mal maskenhaft wirken, und das befremdet andere Menschen. Lieber auf guten Stil und viel Pflege achten, eine positive Lebenseinstellung wahren und aufgeschlossen bleiben!

Asta Kaiser, Claudia Bessler Stylist Frankfurt am Main